Wayland ist ein Display-Server, der den bisher in so ziemlich allen Linux- und BSD-Distributionen eingesetzten X.org ablösen könnte. Wayland befindet sich seit 2008 in der Entwicklung und soll die historisch bedingten Architekturprobleme beseitigen.

Insgesamt ist er deutlich schlanker als X.org gehalten, dafür fehlen ihm einige Funktionen. So bietet er beispielsweise keine Netzwerktransparenz, Privatanwender greifen dafür aber meist sowieso auf Software wie VNC oder Teamviewer zurück.

Die stabile Version 1.0 soll laut Hauptentwickler Kristian Høgsberg nun kurz bevorstehen. Damit läuft er nun ohne Anpassungen am Linux-Kernel oder anderen Aspekten eines Systems.

Wayland GTK+ Demo

GTK+ Demonstration von Wayland

Unter Ubuntu ist schon seit längerem geplant, X.org durch Wayland zu ersetzen. Das dürfte aber auf keinen Fall vor Ubuntu 12.10 passieren.

GTK+ unterstüzt Wayland schon seit Version 3.2, für Qt muss man derzeit noch auf ein Plugin zurückgreifen. Die meisten Anwendungen dürften aber jetzt schon mit Wayland laufen. Der größte Nachteil bislang: Die proprietären Nvidia- und AMD-Treiber unterstützen den freien Display-Server bislang nicht.

5 Kommentare

  1. burli sagt:

    Der Käse für 12.04 ist sowieso schon gegessen. Ich vermute, dass Wayland für 14.04 geplant ist. Weniger für den Desktop, aber für TV, Phone und Tablet.

    Die Entwicklung dahin wird mit 12.10 anfangen. Davon gehe ich zumindest aus.

  2. ReiFel sagt:

    Auch zu erwähnen ist hier http://sourceforge.net/projects/rebeccablackos/ was mit einem wayland auf der LiveCD daher kommt. So kann man ein kleinwenig spielen (:
    Ich blicke derweile nach vorn um besonders Kubuntu/kde, im speziellen Plasma Active auf Wayland zu sehen. Das könnte aber schneller funktionieren als mir klar ist.

  3. Funatiker sagt:

    Wenn sich Wayland nicht einfach so über das Netzwerk verwenden lässt, was wird dann aus ssh -X und Thin-Client-Szenarien, in denen das System auf einem großen Server läuft und die Nutzer über eine entfernte X-Session von sehr preiswerten und schwachen Thin-Clients aus arbeiten?

    • Jakob sagt:

      Also dafür könnte man ja weiterhin bei X bleiben. Wayland soll möglicherweise aber auch eine nachgerüstete Netzwerktransparenz per Plugin o.ä. erhalten, da heisst es einfach abwarten.

      • Funatiker sagt:

        Dass Wayland Netzwerktransparenz per Plugin nachreicht, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Es ist ja immerhin eine wichtige Architekturentscheidung, ob man sämtliche Kommunikation mit Wayland über Netzwerkprotokolle abwickelt oder nicht.

        Ein Artikel aus FreiesMagazin bringt mich jedoch auf einen anderen Gedanken: Wayland kann auch über das X-Protokoll übertragene Informationen darstellen und die meisten Anwendungen werden auch in Zukunft noch in der Lage sein, das X-Protokoll zu verwenden. Folglich wird wenigstens ssh -X auch in Zukunft noch funktionieren.

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